In Frankreich hat die Gartenkunst eine eigene Geschichte. Bei der Betrachtung der Paläste und ihrer Gartenanlagen sticht vor allem die strenge Gliederung ins Auge. Es gibt typische Achsensysteme, breite Alleen, Springbrunnen, Terrassen, Statuen und Hecken. Der Barockgarten gehört zu den schönsten Kreationen und zeigt sich auch heute noch in modernisierter Ausprägung. Einer der berühmtesten ist in Versailles zu sehen und entstand unter der Herrschaft des Sonnenkönigs, Ludwig XIV.
Der Barockgarten und seine Gestaltung
Französische Gärten besitzen in der Regel eine kühle Farbgebung. Vor allem weiße, rosa- und lilafarbige, blaue und grüne Töne dominieren. Der Barockgarten ist ein Konzept des 17. Jahrhunderts und hat sein Vorbild in den italienischen Renaissancegärten. Seine klassische Gestaltung prägte die Gartenarchitektur in Europa und schmückte vor allem Schlösser und Paläste. Die Planung erfolgte in direkter Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und Architekten, mit einer geometrischen Gliederung in verschiedene Haupt- und Nebenachsen, Kanäle und Rasenflächen. Schnellwachsende Bodendecker, beschnittene Bäume und Sträucher, Hecken und Blumenbeete trugen zur gewünschten Form bei. Die Wege wurden sternförmig und rechtwinklig angelegt. Dekorative Elemente bildeten Springbrunnen, Wasserspiele, Skulpturen, Grotten und Labyrinthe.
Einen französischen Garten anlegen: Form und Gestaltung
Während die klassischen Barockgärten in Frankreich und anderen Ländern über eine große Fläche verfügen, dabei auch spezielle Rasen- und Kiesflächen besitzen und von dicht wachsenden Hecken gesäumt sind, geht es auch im modernen Garten um die Zähmung der Natur. Ein Barockgarten soll repräsentativ sein, ein Gebäude besser zur Geltung bringen und sich in seiner Geometrie elegant hervorheben. Hierfür ist es notwendig, Symmetrien zu schaffen, die als Grundlage für die Gestaltung dienen. Zunächst ist es wichtig, einen Mittelpunkt auszuwählen, der beispielsweise mit einem Brunnen, einer Skulptur oder einem Pavillon geschmückt wird. Von diesem aus werden Gartenwege und Beete angelegt. Die Wege sind gradlinig, die Ornamente geschwungen. Auch eine bewusste Pflanzenauswahl von Heijnen trägt zur Atmosphäre bei. Diese sollten farblich einheitlich sein und nicht wild wachsen. Sie werden in einzelnen Abschnitten und Beeten gepflanzt, können auch ein bestimmtes Muster ergeben. Hecken mit Formschnitt runden das Bild ab. Hier eignen sich Buchsbaum, Liguster und Berberitzen.
Gartenausstattung mit barockem Flair
Auch dekorative Elemente dürfen in einem Barockgarten nicht fehlen. Die Materialien und Formen werden passend zur strengen geometrischen Anordnung ausgewählt. Hervorragend eignen sich Gartenmöbel aus Schmiedeeisen, die mit weichen Kissen Komfort und Gemütlichkeit ermöglichen. Ist viel Platz vorhanden, verschönert ein Pavillon den Garten. Antike Statuen schaffen eine mystische Atmosphäre und entfalten besonders an den Schnittpunkten der Gehwege ihre einzigartige Schönheit.



























